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Hepatitis C

Was ist das?

Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus verursacht wird. Die akute Infektion führt nur selten zu Symptomen und kann bei etwa 20% der Betroffenen in den ersten sechs Monaten von selbst ausheilen. Meistens wird die Infektion jedoch chronisch (bis zu 80%) und bleibt dann dauerhaft im Körper. Eine chronische Hepatitis C verläuft je nach Mensch und Lebenssituation unterschiedlich. Nach zwei bis drei Jahrzehnten kommt es bei 15 bis 30% der Betroffenen zu Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs. Durch heutige Therapien ist die Hepatitis C jedoch oft heilbar.

Wie ist die durchschnittliche Inkubationszeit?

Sechs bis neun Wochen.

Wie kann man sich anstecken?

Hepatitis C wird über infiziertes Blut übertragen, wenn dieses in Blutbahn oder Schleimhäute eines Gesunden eindringt. Häufige Infektionsquellen waren infizierte Blutprodukte vor 1991. Heute gehören mit Blut verschmutzte Nadeln oder andere scharfkantige Instrumente zu den häufigsten Übertragungswegen. Die Übertragung durch Sexualverkehr ist selten, aber möglich; das Risiko steigt während der Menstruation und bei verletzungsträchtigen Sexualpraktiken. Eine infizierte Mutter kann ihr Neugeborenes in 5% der Fälle ebenfalls anstecken; ein Kaiserschnitt senkt dieses geringe Risiko nicht weiter.

Was sind die Symptome?

Die meisten Betroffenen mit akuter oder chronischer Hepatitis C spüren über lange Zeit keine Symptome. Wenn doch Beschwerden auftreten, sind diese oft unspezifisch wie z.B. Müdigkeit, leichte Übelkeit, heller Stuhl, dunkler Urin, grippeähnliche Symptome oder Fieber. Eine Gelbfärbung der Haut/Augen (Ikterus)  ist bei Hepatitis C relativ selten. Im Spätstadium können Symptome einer Zirrhose auftreten.

Chronische Hepatitis C kann neben der Leberschädigung auch mit anderen Beschwerden einhergehen. Diese werden als "extrahepatische Manifestationen" bezeichnet, also als Komplikationen außerhalb der Leber. Beobachtet wurden u.a. Gelenk- und Muskelbeschwerden, häufigere Depressionen und Ängste, Neuropathien, trockene Mundschleimhaut, Erkrankungen der Nieren oder Schilddrüse sowie ein erhöhtes Diabetesrisiko. Diese Begleiterscheinungen betreffen jedoch nicht jeden Patienten.

Verdacht auf Hepatitis C

Bei Verdacht auf Hepatitis C wird das Blut zunächst auf HCV-Antikörper (anti-HCV) untersucht. Diese Antikörper werden etwa sechs bis neun Wochen nach einer Infektion messbar und sind eine Reaktion des Immunsystems auf das Virus.

Ist der Antikörpertest negativ, liegt wahrscheinlich keine Hepatitis C vor. Weitere Tests sind hier meist nicht nötig (Sonderfälle: Bei Verdacht auf eine kurz zurückliegende Infektion, bei Immunschwäche und Kindern HCV-positiver Mütter unter 18 Monaten sollte zusätzlich ein PCR-Test erfolgen).

Ist der Antikörpertest positiv, folgt als nächster Schritt ein PCR-Test. Dieser PCR-Test sucht im Blut direkt nach dem Erbmaterial des Virus (HCV-RNA). Ist die HCV-RNA positiv, hat man Hepatitis C; ist die HCV-RNA negativ und nur der Antikörpertest positiv, liegt vermutlich eine ausgeheilte Hepatitis C vor.

Wie wird Hepatitis C behandelt?

Patienten nehmen einmal wöchentlich pegyliertes Interferon (Peg-Interferon) als Spritze, welche ins Unterhautfettgewebe gesetzt wird. Kombiniert wird dies mit täglichen Ribavirin-Tabletten. Diese Kombinationstherapie führt bei etwa der Hälfte der chronisch infizierten Patienten zur Heilung.

Bei einer akuten, kurz zurückliegenden Infektion (unter vier Monate) können neun von zehn Infizierten allein mit Interferon geheilt werden; allerdings wird die Hepatitis C nur selten in diesem frühen Stadium entdeckt.

Die Therapie kann Nebenwirkungen haben. Die häufigsten Begleiterscheinungen sind grippeähnliche Symptome, Schlafstörungen und Müdigkeit, Depressionen, Schilddrüsenprobleme sowie Blutbildveränderungen. Je nach Patient dauert die Therapie 24, 48, selten auch 72 Wochen. Patienten gelten als geheilt, wenn sechs Monate nach dem Therapieende weiterhin keine HCV-RNA im Blut nachweisbar ist.

Es gibt verschiedene Hepatitis-C-Virustypen, so genannte "Genotypen", die unterschiedlich erfolgreich behandelbar sind. Der Genotyp 1 ist in Europa besonders weit verbreitet und schwieriger zu eliminieren (Heilungschance ca. 40-50%) als die Genotypen 2 und 3 (70-80%) und 4 (60-70%). Weitere Faktoren für den Therapieerfolg sind die Virusmenge vor der Therapie, das Alter, Körpergewicht, Begleiterkrankungen und genetische Unterschiede.

In zwei bis drei Jahren wird die Zulassung von so genannten Proteasehemmern erwartet, die mit Peg-Interferon und Ribavirin kombiniert werden. Diese und andere Wirkstoffe werden derzeit in Studien geprüft. Durch diese Dreifach-Therapie können mehr Genotyp-1-Patienten bei teilweise kürzerer Therapiezeit geheilt werden. Nachteile der Dreifach-Therapie sind zusätzliche Nebenwirkungen, resistente Viren, und dass die Enzymhemmer derzeit noch nicht oder nur unbefriedigend bei anderen Genotypen wirken.

Eine heilende Therapie ohne Interferon und Ribavirin ist auch in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. In fernerer Zukunft besteht Hoffnung auf Kombinationstherapien ohne Interferon und Ribavirin, bei denen mehrere neuartige Wirkstoffe zusammen verabreicht werden. Die Forschung steht hier derzeit aber noch ganz am Anfang.

Wie weit ist Hepatitis C verbreitet?

400.000 bis 500.000 Deutsche haben nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes eine Hepatitis C. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der Betroffenen auf 170 Millionen.

Wer ist gefährdet?

Menschen, die vor 1991 Blutprodukte bekommen haben; Mitarbeiter im Gesundheitssystem, die mit Blut und Blutprodukten in Kontakt kommen; Neugeborene infizierter Mütter; Menschen, die in der Vergangenheit Drogen gespritzt oder geschnüffelt haben; Menschen, die sich unter unsterilen Bedingungen tätowieren oder piercen lassen; eine sexuelle Übertragung ist relativ selten.

Wie kann man sich schützen?

Es gibt keine Impfung gegen Hepatitis C. Blutprodukte sind in Deutschland seit 1991 sicher. Drogengebrauch ist zu vermeiden; Drogenuser sollten niemals ihre Utensilien mit anderen teilen. Piercings und Tätowierungen sollten nur unter sterilen Bedingungen durchgeführt werden. Scharfkantige Hygienegegenstände wie Rasierklingen und Zahnbürsten dürfen nicht gemeinsam benutzt werden. Beim Umgang mit fremdem Blut sollte man Schutzhandschuhe tragen. Blutflecken sollten mit Desinfektionsmittel entfernt werden.

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