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Hepatitis D

Was ist das?

Hepatitis D (Delta) ist ein unvollständiges Virus und alleine nicht funktionstüchtig. Um sich vermehren zu können, benötigt es die Hülle des Hepatitis-B-Virus. Man kann sich also nicht alleine mit Hepatitis D anstecken, nur als so genannte "Koinfektion" mit Hepatitis B. Eine zusätzliche Infektion mit Hepatitis D kann eine chronische Hepatitis B jedoch deutlich verschlechtern und erhöht das Risiko, dass es zu Zirrhose und/oder Leberkrebs kommt. Hepatitis D ist das gefährlichste bekannte Hepatitis-Virus.

Wie kann man sich anstecken?

Hepatitis D wird hauptsächlich über den Kontakt von Blut zu Blut übertragen.

Was sind die Symptome?

Ähnlich wie bei Hepatitis B alleine. Bei einer frischen Infektion gibt es oft keine Symptome. Es können leichte, grippeähnliche Symptome auftreten, heller Stuhl, dunkler Urin, Fieber oder eine Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen.
Bei einer chronischen Infektion haben die meisten Betroffenen keine Symptome, bis sie Zirrhose oder Leberkrebs entwickeln. Das häufigs-te Symptom einer chronischen Hepatitis-B- und -D-Infektion ist Müdig-keit.

Wie wird Hepatitis D behandelt?

Hepatitis D kann mit einer Peg-Interferon-Therapie behandelt werden, die sich auch gleichzeitig gegen das Hepatitis-B-Virus richtet. Dies führt zwar meist nicht zu einer Ausheilung, aber kann die Vermehrung beider Viren erheblich behindern. Leider kommt es nach Therapie-ende oft wieder zum Anstieg der Hepatitis-D-Virusmenge. Nukleosid- und Nukleotidanaloga (Lamivudin, Adefovir, Entecavir, Telbivudin, Tenofovir) wirken zwar gegen Hepatitis B, scheinen aber nichts gegen das Delta-Virus auszurichten.

Wie weit ist Hepatitis D verbreitet?

Die gleichzeitige Infektion mit Hepatitis B und D ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz relativ selten.

Wer ist gefährdet?

Nur Menschen mit Hepatitis B. Eine Infektion kann jedoch gleichzeitig mit beiden Viren stattfinden („Simultaninfektion“). Ansteckungsgefahr besteht für Menschen, die häufig wechselnde Sexualkontakte haben; Beschäftigte im Gesundheitswesen, die in Kontakt mit Blut oder Blut-produkten kommen; Neugeborene, deren Mutter infiziert ist; Drogen-user, die Utensilien wie Spritzbesteck oder Röhrchen gemeinsam verwenden. Besonders gefährlich ist die Doppelinfektion, wenn ein Patient zunächst allein eine chronische Hepatitis B hat und dann das Delta-Virus später hinzukommt („Superinfektion“). Die Leber wird hier oft schneller geschädigt als wenn man sich mit beiden Viren gleichzeitig infiziert.

Wie kann man sich schützen?

Wer erfolgreich gegen Hepatitis B geimpft ist, kann auch keine Hepatitis D bekommen. Safer Sex, Schutzhandschuhe bei Kontakt mit fremdem Blut. Vergossenes Blut mit Desinfektionsmittel (z.B. Steril-lium) entfernen. Keine scharfkantigen Hygienegegenstände benutzen, wie Zahnbürsten, Nadeln oder Rasierklingen.

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